Pfarrkirche

Geschichtliches zur Pfarrkirche

Vorgeschichte

In früherer Zeit existierte in Siebnen zwar bereits die St. Nikolaus-Kapelle, doch wurde dort nicht zu regelmässigen Zeiten Gottesdienst gefeiert. Die religiöse Betreuung der Siebner geschah viel eher in den Kirchen der Gemeinden, in deren Gebiet der betreffende Ortsteil lag. Dieser lange Weg zu den entsprechenden Kirchen in Schübelbach, Galgenen und Wangen konnte damals vor allem für Kinder und ältere Leute in den damals noch kalten Wintern ganz schön beschwerlich sein.

Mit dem wachsenden Angebot an Arbeitsstellen in Siebnen und – damit verbunden – der wachsenden Einwohnerzahl wuchs vermehrt auch der Wunsch nach einer eigenen katholischen Kirche im Dorf. Nachdem 1905 erstmals das Schulhaus als Gottesdienstlokal genutzt wurde und sich grosser Beliebtheit erfreute, wurde die Idee einer eigenen katholischen Kirche in Siebnen immer realistischer. Es sollten aber noch einige Hindernisse bis zur Grundsteinweihe für die Herz-Jesu-Kirche in Siebnen folgen.  

 

Weihe der katholischen Kirche Siebnen

Am Sonntag, den 21. Juni 1925, am Herz-Jesu-Fest, war es endlich so weit. Die denkwürdige Grundsteinweihe der katholischen Kirche in Siebnen konnte erfolgen. Zum Gruss läuteten die Glocken der evangelischen Kirche; ein schönes Zeichen der Ökumene. Eine riesige Festgemeinde aus der ganzen March versammelte sich und wurde Zeuge einer religiösen Feier, wie sie das katholische Marchvolk schon seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hatte.

Fast zwei Jahre später, am 19. Juni 1927, erfolgte die Weihe der neuen Kirche – für das Volk von Siebnen ein historischer Tag, wurde doch mit der Weihe der neuen Kirche auch das Fundament zu einer neuen Pfarrei und zu einer neuen Kirchgemeinde gelegt, die unabhängig von den drei Muttergemeinden Schübelbach, Galgenen und Wangen sein sollte. Der damalige Bischof von Chur, Georgius Schmid von Grüneck, kam trotz gesundheitlicher Beschwerden, um die Kirche zu weihen. Wieder umrahmte das Geläute der protestantischen Kirche die Feier. Reliquien aus der St. Nikolaus-Kapelle wurden in die Kirche übertragen. Nach der Feier wurde im Pfarrhaus-Saal das festliche Mittagessen offeriert. Es wurde allen gedankt, die dieses grosse Vorhaben ermöglicht haben, allen voran Gott. Überschattet wurde dieser freudenreiche Tag vom unverhofften Heimgang von Pfarrer F. Kuriger, dem grossen Initianten für die Kirche in Siebnen, der an diesem Tag auf dem Bahnhofareal einen Herzinfarkt erlitt und starb.

Aufgrund fehlender finanzieller Mittel musste das katholische Volk von Siebnen während der ersten Jahre auf das Glockengeläut verzichten. Am 28. Juni 1931, rund vier Jahre nach der Einweihung der Kirche, konnte vor allem dank verschiedenen Glocken-Patinnen und -Paten die Weihe der sieben Glocken durch den Bischof von Chur, Georgius von Grüneck, vorgenommen werden. Einige Jahre später genehmigte die Kirchgemeinde den Antrag des Kirchenrates, eine Heizung und eine Orgel anzuschaffen. Damit durfte am 4. Juli 1937, also rund zehn Jahre nach der Kirchenweihe, die Orgel mit 28 Registern aus dem Hause Kuhn eingeweiht werden.

Im Laufe der Jahre gab das Schwarzwerden des Deckengewölbes immer mehr Anlass zur Beunruhigung. Dabei stellte sich heraus, dass das Anhaften von Staub an den Deckenprofilen einerseits damit zu tun habe, dass sich über dem Gewölbe kein Isolations-Boden befand, andererseits mit der für den Anstrich verwendeten Farbe. Weil die Decken-Aufhängung den Einbau eines Zwischenbodens nicht zuliess, sollte eine Isolation durch Aufspritzen einer dicken Schaumschicht angebracht werden. Zusammen mit der Reinigung der Decke und gar einem allfälligen Neuanstrich erwies sich diese Option (aus finanzieller Hinsicht) als unrealisierbar. Die Option, die Gipsdecke durch eine Holzdecke zu ersetzen, wurde in Betracht gezogen. Letztendlich fand in den Jahren 1959/1960 eine grosse Innenrenovation der Pfarrkirche statt, bei der nicht nur die Holzdecke installiert wurde, sondern ebenso ein neues Heizungssystem, neue Kirchenfenster und anderes mehr. Später folgten der Bau der Leichenkapelle, die Sakristei-Vergrösserung und der Bau einer Doppelgarage im Pfarrgarten.  

 

Im Zeichen des Zweiten Vatikanischen Konzils

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bzw. aufgrund der Konzilsbeschlüsse musste in den Sechzigerjahren der Chorraum neu gestaltet werden. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte beschlossen, dass der Priester fortan nicht mehr mit dem Blick zum Tabernakel das Messopfer darbringe, sondern dem Volke zugewandt. Damit musste mitunter ein neuer Altar, ein sogenannter Volksaltar, in die Pfarrkirche von Siebnen. Eine dafür gegründete Kommission nahm sich in der Folge der Sache an. Dem Antrag der Kommission wurde erst vom Kirchenrat zugestimmt, sodann an der Urne.  

 

Informationen entnommen aus: Hüppin, V. (ohne Jahresangabe). Vorgeschichte und 5 Jahrzehnte seit der Gründung, des Aufbaues und Organisation der Kirchgemeinde. In: Röm.-Kath. Kirchgemeinde Siebnen (Hrsg.), 50 Jahre Röm.-Kath. Kirchgemeinde Siebnen 1927-1977 (S. 5-129). Siebnen: Gebr. Kürzi AG.  

Das Hochaltargemälde in der Pfarrkirche

Christus erscheint der hl. Margaretha Alacoque

Das Hochaltargemälde, das darstellt, wie Christus der Ordensschwester Margaretha Alacoque im Jahre 1656 erscheint, ist besonders erwähnenswert. Bei diesem in Goldrahmen gefassten Gemälde handelt es sich um ein Geschenk des Bischofs Georgius von Grüneck an die Herz-Jesu Kirche in Siebnen.

 

Originalgemälde eines Mosaiks im Petersdom

Ursprünglich wurde es von den Katholiken Frankreichs anlässlich der Seligpreisung der Schwester Margaretha Alacoque dem Heiligen Vater Papst Benedikt XV. geschenkt. Entsprechend diesem Ölgemälde liessen die Franzosen die genau gleiche Darstellung im Petersdom als Mosaik (der Petersdom weist nur Mosaike vor) anfertigen. Das Original schenkte Papst Benedikt XV. seiner Diözese Bologna. Der Bischof von Bologna wiederum wollte es dem Bischof von Chur verkaufen, weil er es bei sich nicht platzieren konnte. Und der Bischof von Chur zeigte sich bereit, das Gemälde dem Präsidenten der Kirchenbau-Kommission, Vikar Simmen, zu schenken, sofern er es im Chor der neuen Kirche in Siebnen anbringen könne.

In Begleitung reiste Vikar Simmen nach Bologna, um das Bild zu besichtigen. Nach deren Rückkehr wurde beschlossen, man nehme das grosszügige Geschenk des Bischofs gerne an.

 

Informationen entnommen aus: Hüppin, V. (ohne Jahresangabe). Vorgeschichte und 5 Jahrzehnte seit der Gründung, des Aufbaues und Organisation der Kirchgemeinde. In: Röm.-Kath. Kirchgemeinde Siebnen (Hrsg.), 50 Jahre Röm.-Kath. Kirchgemeinde Siebnen 1927-1977 (S. 5-129). Siebnen: Gebr. Kürzi AG.

Das Wappen der Kirchgemeinde Siebnen

Eigenständige Kirchgemeinde mit eigenem Kirchgemeinde-Wappen

Da die Ortschaft Siebnen nicht als politische Gemeinde zusammengefasst ist, führt sie als Signum kein Wappen. Da Siebnen aber nach dem Bau der Siebner Pfarrkirche eine eigenständige Kirchgemeinde wurde, wurde im Verlaufe der Zeit die Frage nach einem Wappen für die Kirchgemeinde Siebnen laut. Bei einer Kirchenratssitzung im Jahre 1970 wurde die Schaffung eines Kirchgemeinde-Wappens erstmals erwähnt. In der Folgezeit wurde abgeklärt, wer für die Wappenfrage zuständig sei. Nach der Klärung dieser Frage erschienen im Laufe der Jahre immer wieder typische Motive für ein Dorfwappen von Siebnen: die sagenhaften „Sieben Eichen“. Dieses bestens bekannte Motiv musste nun noch in eine einfache Komposition gefasst werden.

 

Die Geburt des neuen Wappens

Eine Kommission überprüfte mehr als 40 Entwürfe und legte die drei verbliebenen Vorschläge drei Prüfinstanzen vor. Die Wappen-Kommission der Zürcher Zünfte, das Staatsarchiv Schwyz und der Glasmaler und Heraldiker Liebich von Einsiedeln als Jury entschieden sich für das Sujet, das wir heute als Siebner Wappen kennen.

 

Informationen entnommen aus: Hüppin, V. (ohne Jahresangabe). Vorgeschichte und 5 Jahrzehnte seit der Gründung, des Aufbaues und Organisation der Kirchgemeinde. In: Röm.-Kath. Kirchgemeinde Siebnen (Hrsg.), 50 Jahre Röm.-Kath. Kirchgemeinde Siebnen 1927-1977 (S. 5-129). Siebnen: Gebr. Kürzi AG.

 

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Geschichtliches zur Ortschaft Siebnen

Funde deuten darauf hin, dass Siebnen bereits in der Bronzezeit, als vor rund 4000 Jahren besiedelt war. Eine erste urkundliche Erwähnung des Siebeneichendorfs datiert aus dem Jahre 972. Doch lesen Sie am besten selber hier, wie sich die Ortschaft Siebnen zu einem regionalen Zentrum entwickelte.